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Big Brother Awards für Verstösse gegen den Datenschutz verliehen

Die Datenschützer haben am Samstag zum zehnten Male die Big Brother Awards für besonders schwere Verstösse gegen den Datenschutz vergeben. Organisiert wird das Procedere vom Verein Grundrechte.ch und der Swiss Internet User Group (SIUG).

In der Kategorie "Staat" ging der erste Preis an den "Dienst für die Überwachung des Post und Fernmeldeverkehrs". Das zugrunde liegende Bundesgesetz zur Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs verpflichtet alle Telekommunikationsfirmen und Internet-Provider der Schweiz dazu, die Verbindungsdaten ihrer Kunden für sechs Monate zu speichern. Auf richterliche Anordnung können damit auch Inhalte von Telefongesprächen und E-Mails gespeichert werden. In ihrer Begründung hoben die Datenschützer hervor, dass auch die Echtzeitüberwachung der kompletten Kommunikation (Surfen, E-Mails, Voip) über einen breitbandigen Internet-Anschluss geplant sei. Dazu sei vor kurzem die Zertifizierungspflicht für alle Internet-Provider, inklusive Bereitstellung der entsprechenden Schnittstellen für "Direktschaltungen", gestartet worden.

Im Bereich "Business" mit besonders vielen Anwärtern wurde die Swisscom für ihr Web-Portal für die Konfiguration der VDSL- und ADSL-Router ausgezeichnet, da dabei auch persönliche Daten wie das WLAN-Passwort bei der Swisscom gespeichert würden. Die Berufsbildungsschule Winterthur gewann in der Kategorie "Arbeitsplatz" für ihren Aufruf an die Nachbarn, Schüler zu melden, die rauchen oder Abfall auf den Boden werfen. Den Lebenswerk-Award für besonders hartnäckige Verletzungen der Grundrechte bekam der Schweizer Datensammler und Marktführer Deltavista.

26.10.2009 07:01 | ictk