Gute Experten bleiben gefragt
Trotz rückläufigem Wirtschaftswachstum haben internationale Spezialisten weiterhin gute Chancen auf dem Schweizer Arbeitsmarkt. Mario Kaufmann, Schweizer Direktor des Personalrekrutierers Hays, sieht für sein Unternehmen noch viel Potenzial. Selbst in einer Rezession stünden hierzulande nicht genügend Experten zur Verfügung.
Von: Karlheinz PichlerDie Online-Stellenbörsen wie auch die Stellenanzeiger der Printmedien haben in den letzten Monaten deutlich an Umfang verloren. Wie schwierig ist die Situation momentan für ein Personalrekrutierungsunternehmen wie Hays?
Der Rückgang der Anzeigen in den Portalen widerspiegelt die tatsächliche Marktsituation nur teilweise. In gewissen Segmenten, hauptsächlich im Dienstleistungssektor und dort insbesondere bei den Beratungsunternehmen, stellen wir nach wie vor einen hohen Bedarf fest. Sogar die Grossbanken haben bis jetzt für den IT-Bereich weiterhin rekrutiert.
Allerdings haben sogar grosse IT-Hersteller wie Microsoft oder SAP einschneidende Stellenabbauprogramme lanciert. Mutiert der noch vor kurzem als «War for Talents» bezeichnete globale Wettbewerb um Spitzenpersonal nun zum «Peace for Talents»? Kommt die Nachfrage nach Spezialisten vorerst zum Stillstand?
Gute Experten bleiben weiterhin gefragt. Einerseits kann jederzeit Bedarf entstehen, wenn jemand das Unternehmen verlässt. Gerade die guten Mitarbeiter sehen sich in unsicheren Zeiten oft zuerst nach einer neuen Stelle um. Anderseits legen die Unternehmen heute mehr Wert darauf, die bestmöglichen Mitarbeiter zu finden. Der «War for Talents» wird sich wohl nicht in dem Masse fortsetzen, wie wir es in den letzten zwei, drei Jahren beobachtet haben, aber vorbei ist er noch lange nicht.

