Lass die Puppen tanzen!

Mit «Puppet» automatisiert der Linux/Unix- Systemadministrator Konfiguration und Betrieb beliebig grosser Server-Umgebungen.

Von: Marcel Härry

Viele IT-Abteilungen verwalten ihre Server so, wie die Automobilindustrie Anfang des letzten Jahrhunderts Fahrzeuge herstellte: Eine einzelne Person baute ein Auto zusammen und kümmert sich anschliessend auch um dessen Service. Da dieses Vorgehen teuer ist, führten fast alle Autohersteller die Fliessbandarbeit ein. So können sie heute mit standardisierten Werkzeugen Massanfertigung in grossen Stückzahlen und damit individuelle Fahrzeuge zu tiefen Kosten anbieten. Die gleichen Möglichkeiten bieten sich bei der Handhabung von IT-Umgebungen, in denen Fachleute zahlreiche Server konfigurieren und betreiben müssen. Trotz der Unterschiede finden sich immer wieder automatisierbare Gemeinsamkeiten.

Seit einigen Jahren entwickelt die Firma Reductivelabs ein quelloffenes Konfigurationsmanagement- Werkzeug namens Puppet, welches genau diese Bedürfnisse adressiert. Es beschreibt die Systemumgebungen in einer deklarativen Sprache, in sogenannten Manifests. Und Puppet sorgt auch dafür, dass sich die einmal aufgesetzten Systeme jederzeit in diesem definierten Status befinden. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine homogene Umgebung auf der Basis einer einzigen Linux-Distribution handelt oder um ein heterogenes Umfeld mit verschiedenen Unix-artigen Systemen. Puppet weiss, wie es auf dem jeweiligen System ein bestimmtes Paket installieren muss, und prüft hinterher, ob dieses auch korrekt installiert und konfiguriert wurde. Wenn nicht, korrigiert Puppet den fehlerhaften Zustand.

02.04.2009 17:36


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