Mit Open Source zur Unternehmenssuche

Von: Thomas Schieke

Wenn man Mitarbeiter fragt, wie die Suchfunktion im eigenen Intranet gestaltet sein sollte, ist die Antwort in aller Regel: «So wie Google.» Damit ist die hohe Nutzerzufriedenheit im täglichen Gebrauch der Suchmaschine gemeint: Die Eingabemaske ist simpel, die Suchergebnisse erscheinen in Millisekunden und sind übersichtlich präsentiert – ein De-facto-Standard. Suchanfragen werden meist intuitiv gestellt, der Suchende nähert sich dem Ziel per Trial-and-Error.

Die Verfügbarkeit von Informationen ist Voraussetzung dafür, dass im Wertschöpfungsprozess der modernen Wissensgesellschaft Wissen generiert wird. Der stetig wachsende Datenbestand verursacht nicht nur direkte, sondern auch indirekte Kosten durch den steigenden Suchaufwand. Es ist daher naheliegend, den Zeitaufwand bei der Informationsbeschaffung zu minimieren und damit die Effizienz zu steigern.

Eine unternehmensinterne Suche kann aber keinesfalls mit der Google-Websuche gleichgesetzt werden. Technische Voraussetzungen und organisatorische Anforderungen verlangen nach anderen Lösungen. Beispielsweise besteht die Notwendigkeit, dezentrale Datenquellen in vielen unterschiedlichen Anwendungen (CMS, CRM, DMS, ERP, Fileserver, weitere Datenbanken etc.) in einem zentralen Suchindex zu vereinen. Ferner darf nicht jeder Mitarbeiter auf alle Unternehmensdaten Zugriff haben.

Die Vorstellung, eine «Plug-and-Play»-Lösung für die Unternehmenssuche zu finden, ist so verführerisch wie falsch. Es führt kein Weg an der Analyse der bestehenden IT-Infrastruktur und am Aufbau eines massgeschneiderten Suchsystems vorbei. Bevor hierfür Geld in Lizenzkosten investiert wird, lohnt sich ein Blick auf ausgereifte Open-Source-Lösungen.

14.04.2009 09:56


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