Open Source: Hype oder Mainstream?

Von: Robert S. Sutor

Ist Open-Source-Software nun ein Hype oder bereits Mainstream? Die Antwort lautet, dass es darauf ankommt, welche Projekte man betrachtet. Auf dem Server hat Linux in den letzten Jahren ständig zugelegt und ist mitten im Mainstream. Das gilt auch für andere Technologien wie etwa Eclipse, das sich sowohl als Entwicklerumgebung als auch als Basis für Anwendungen wie Lotus Notes etabliert hat. Auch Firefox gehört zum Mainstream, während OpenOffice auf dem Weg dorthin ist. Gemessen am Marktanteil dürfte dieser Weg allerdings noch ziemlich weit sein.

Diese Mainstream-Produkte werden von Millionen von Anwendern genutzt. Nicht jeder setzt zu Hause Linux ein, aber viele arbeiten mit OpenOffice und Firefox. Wegen der Skaleneffekte vereinfacht eine grosse Verbreitung die Entwicklung von Open-Source-Software. Das liegt auch daran, dass es potenziell viel mehr interessierte Personen gibt, die etwas zu einem Projekt beitragen können.

Steigt man im Software-Stack von der «Commodity» zu den Unternehmensanwendungen empor, präsentiert sich die Situation anders. Zwar ist auch hier das Angebot an Open-Source-Software gewachsen, beispielsweise mit Compiere und SugarCRM als ERP- respektive CRM-Applikation. Aber diese Produkte nehmen heute kommerziellen Anbietern wie Oracle oder SAP keine Marktanteile ab. Mit der Zeit werden sicherlich erfolgreiche Open-Source-ERP-Lösungen entstehen – Projekte, die heute vielleicht gar noch nicht existieren. Aber auch proprietäre Software wird sich in diesem Bereich halten, weil für den Erfolg auch Aspekte wie Beratung und Support eine wichtige Rolle spielen.

27.05.2009 08:05


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