Die Virtualisierungswelle rollt
Das Rechenzentrum wird zur Dienstleistungswolke, aus welcher der Desktop Anwendungen und Betriebssystem bezieht: Die Virtualisierungskonzepte der drei grossen Anbieter Citrix, Microsoft und VMware werden den Umgang mit Computern radikal verändern.
Von: Andreas HeerUnternehmen streben danach, ihre IT-Umgebung mit tiefstmöglichen Kosten auf maximalen Nutzen zu trimmen. Die Virtualisierung ist ein Mittel dazu, weil sie die Auslastung der Hardware steigert, den Betrieb flexibilisiert und die Unterhaltskosten senken kann. Dieses Verfahren ist beileibe nicht neu und wird etwa in Host-Umgebungen seit Jahrzehnten angewendet. Doch in den letzten Jahren hat Virtualisierung die weitaus zahlreicheren Intel- und AMD-basierten Systeme erobert. Die rasant gestiegene Prozessorleistung aufgrund von Mehrkern-CPUs hat dazu geführt, dass viele Server nur schlecht ausgelastet sind. Hinzu kommt, dass die heutigen 64-Bit-Systeme weitaus mehr Arbeitsspeicher ansprechen können, als ein Betriebssystem alleine ausreizen kann. Mit der Hilfe einer Virtualisierungsschicht, dem so genannten Hypervisor, lassen sich nun physische Hardware und die eigentliche Server-Umgebung trennen. So teilen sich mehrere Systeme die quasi im Überfluss vorhandenen Ressourcen. Mit dieser Form der Server-Konsolidierung verringern Unternehmen die Zahl der physischen Server-Systeme und senken dadurch Betriebs- und Energiekosten.
Virtualisierung auf allen Ebenen
Die Server-Virtualisierung kann schon fast als klassische Anwendung bezeichnet werden. Sie war der Türöffner für die Abkoppelung von Hardware und Betriebssystem und hat sich im praktischen Einsatz seit mehreren Jahren bewährt. Doch auch bei der Server-Virtualisierung bietet sich noch ein enormes Potenzial: Branchenkennern zufolge nutzt hierzulande erst etwa jeder fünfte Server diese Technik. Damit ist die Schweiz im internationalen Vergleich zwar weit vorne. Aber von den restlichen fast 80 Prozent der Server dürften sich viele mit Virtualisierung noch erheblich effizienter nutzen lassen, als dies heute der Fall ist. Spätestens bei der Ablösung bestehender Server-Hardware sollte Virtualisierung zum Thema werden.
