Die Virtualisierungswelle rollt

Von: Andreas Heer

VDI weist gewisse Parallelen zu den seit vielen Jahren etablierten Terminal-Diensten von Microsoft und Citrix auf. Gegenüber diesem Ansatz weist die Virtualisierung den Vorteil grösserer Flexibilität auf: Jeder Benutzer verfügt über seinen persönlichen Desktop. Zudem entfallen Inkompatibilitäten von Anwendungen, wie sie in Terminal-Server-Umgebungen auftreten können. Trotzdem glaubt Erlacher nicht, dass VDI das Ende der Terminal-Dienste einläutet. Er begründet dies mit den vielfältigen Anforderungen unterschiedlicher Benutzergruppen: «In hochstandardisierten Umgebungen, etwa in einem Call Center, sind Terminaldienste nach wie vor die richtige Lösung. Dank Anwendungs-Virtualisierung auf einem Terminal Server entfallen viele klassische Probleme». Konkurrentin VMware sieht in VDI dagegen die Nachfolge solcher Umgebungen.

Der lokale virtuelle Desktop

Server-basierte virtuelle Desktops weisen den gros­sen Nachteil auf, dass sie auf eine funktionierende Netzwerkverbindung zum Endgerät angewiesen sind. Mobile Mitarbeiter sind damit von dieser Technik ausgeschlossen. Sowohl Citrix wie VMware arbeiten zusammen mit Intel an einer Lösung, um virtuelle Desktops «offline» zu betreiben. Hierzu werden Notebooks und Desktops der nächsten V-Pro-Generation über einen Hypervisor – die Virtualisierungsschicht – verfügen, der direkt im Chipsatz eingebaut sein wird. Dabei läuft die Virtualisierung direkt auf der Hardware («Bare Metal») und das Betriebssystem ausschliesslich in einer virtuellen Umgebung. Die zentral verwalteten Desktop-Umgebungen werden also nicht auf einem zentralen Server betrieben, sondern lokal auf dem Rechner. Sowohl bei VMware als auch bei Citrix verfolgt man diesen Ansatz intensiv: «Bei der Ablösung bestehender Desktop-Systeme sind Firmen offen für neue Konzepte», gibt sich Schmidt überzeugt. Und auch Bienz ist sich sicher, «dass Unternehmen bereit sind für Desktop-Virtualisierung». Skeptisch zeigt sich dagegen Erlacher bei Microsoft: «Ich sehe den Nutzen eines lokal betriebenen virtuellen Desktops gegenüber einem lokal installierten System heute nicht, ausser einer zusätzlichen Schicht, die verwaltet werden muss.»

16.04.2009 12:14


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