Knackpunkte bei der ERP-Einführung
Im Rahmen von ERP-Einführungen werden vorhandene Methoden und Werkzeuge (M&W) nicht konsequent genutzt, wie eine kürzlich durchgeführte Studie ergab. Die Ursachen dafür sind insbesondere in drei Bereichen zu finden.
Von: Reiner MartinÜblicherweise führen Unternehmen alle fünf bis 15 Jahre ein ERP-System ein. Solche Vorhaben stellen eine grosse Herausforderung dar. Nicht selten werden daher die Dienstleistungen eines ERP-Anbieters oder eines Einführungspartners in Anspruch genommen. Einerseits soll dieser das nötige Fachwissen mitbringen, andererseits dafür sorgen, dass das Projekt nicht ausufert.
Um ein ERP-System einzuführen, greifen die Dienstleister auf spezielle Methoden und Werkzeuge (M&W) zurück. Generell verfügen die Anbieter zumeist über umfassende M&W, allerdings sind diese primär auf deren eigene Belange und weniger auf die der Anwenderunternehmen ausgerichtet. Zudem – das konnte eine Studie von MQ Result Consulting und der FH Konstanz belegen – «lernen» die eingesetzten M&W aus abgeschlossenen Projekten zu wenig. Sie sind nur auf die Realisierung der Systemfunktionen ausgerichtet, nicht aber auf den Anwendernutzen. Manche Tools sind zudem unvollständig, beispielsweise fehlen Referenzprozesse und Testwerkzeuge, und sie sind zu wenig mit dem ERP-System verzahnt.
ERP-Projekt-Management mit Methode?
Ungeklärt blieb in der ersten Stufe der erwähnten Studie, ob die M&W das ERP-Projekt-Management tatsächlich prägen. Nur wenn alle Beteiligten die Konzepte leben, zeigen sie Wirkung. Ob das so ist, sollte der zweite Teil der Studie zutage fördern. Hierzu wurden mit erfahrenen Projektleitern der Anbieter teilweise mehrstündige Interviews geführt. Die Projektleiter benannten anschliessend jeweils zwei Kundenprojekte, deren Leiter auf Anwenderseite ebenso ausführlich befragt wurden. Somit schilderte sowohl der Anwender als auch der Anbieter seine Erfahrungen im Projekt.
