Die Schweizerische Post schliesst ihre Plattform für das elektronische Patientendossier (EPD) per Ende dieses Jahres. Das Unternehmen steigt damit komplett aus dem aktuellen EPD-System aus. Grund dafür ist unter anderem die sinkende Nachfrage. Seit der Bundesrat eine umfassende Neuausrichtung hin zu einem automatischen, nationalen elektronischen Gesundheitsdossier (E-GD) angekündigt hat, ist das Interesse am aktuellen System eingebrochen.
Spitäler, Arztpraxen und Privatpersonen zeigten sich demnach zuletzt extrem zurückhaltend bei Neueinführungen oder Neueröffnungen des bisherigen EPD. Die Betreibergesellschaft Post Sanela Health, die Tochterfirma der Post und grösste EPD-Anbieterin der Schweiz, wird infolgedessen per Ende 2026 aufgelöst.
Von der Schliessung der Plattform betroffen sind und 70'000 private Nutzeer der Post-Plattform. Bis zum Jahresende kann das bestehende Dossier noch wie gewohnt weiterverwendet werden. Die Anwender haben die Möglichkeit, ihre medizinischen Daten zu exportieren und in den Gesundheitsordner der normalen Post-App zu migrieren. Sanela werde alle Betroffenen im Herbst bezüglich der genauen Schritte kontaktieren, heisst es seitens der Post. Der Rückzug führt bei der Post und Sanela zu einem Abbau von voraussichtlich rund 37 Vollzeitstellen.
Allerding zieht sich die Post nicht komplett aus dem digitalen Gesundheitswesen zurück, sondern verlagert ihren Fokus auf das künftige, vom Bund geplante elektronische Gesundheitsdossier (E-GD). Bei dieser neuen, zentraleren Lösung sollen alle Einwohner der Schweiz automatisch ein Dossier erhalten. Das entsprechende Gesetz wird derzeit im Parlament debattiert.
