Broadcom hat im vierten Geschäftsquartal sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn die Erwartungen übertroffen. Konkret legte der Umsatz im Jahresvergleich insgesamt um 28 Prozent auf gut 18 Milliarden US-Dollar zu, was einem Rekordwert entspricht. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) wuchs um 34 Prozent auf 12,2 Milliarden Dollar. Unter dem Strich verdiente Broadcom 8,5 Milliarden Dollar, nach 4,3 Milliarden ein Jahr zuvor. Das Unternehmen gehört in den Augen vieler Anleger wie Nvidia zu den grossen Gewinnern des Ausbaus von KI-Rechenzentren.
Auch im Ausblick übertrifft der kalifornische Apple- und Google-Chipzulieferer die Marktschätzungen. Für das laufende erste Quartal des neuen Fiskaljahres stellt Broadcom Umsätze von rund 19,1 Milliarden Dollar in Aussicht und will eine bereinigte Ebitda-Marge von 67 Prozent erreichen. Der Umsatz mit KI-Halbleitern soll sich im Jahresvergleich auf 8,2 Milliarden Dollar verdoppeln.
Der Aktienkurs kletterte nachbörslich denn auch zunächst deutlich nach oben, doch nur wenige Stunden später kippte die Stimmung und setzte einen Kursrutsch in Gang. Der Grund dafür waren Aussagen von CEO Hock Tan im Rahmen einer Telefonkonferenz. Er bestätigte zwar die starke Nachfrage nach KI-Produkten, enttäuschte aber mit fehlender Klarheit über das langfristige Wachstum. Besonders der genannte KI-Auftragsbestand von 73 Milliarden Dollar für die kommenden sechs Quartale sorgte für Skepsis bei den Anlegern. Zwar betonte Tan ausdrücklich, dass es sich dabei um eine Mindestgrösse handele und weitere Aufträge folgen dürften. Doch nach dem starken Kursanstieg der vergangenen Monate hatten viele die Anleger noch mehr erhofft. Auch verzichtete Tan bewusste auf eine konkrete KI-Umsatzprognose für 2026.
