Forscher der University of Illinois Urbana-Champaign wollen die nur wenige Meter unter der Erdoberfläche herrschenden Temperaturschwankungen zur Kühlung grosser Rechenzentren nutzen - vor allem dann, wenn sich unterhalb des Zentrums ein Aquifer befindet. Diese poröse Schicht speichert Grundwasser wie ein Schwamm. Die Stromeinsparungen könnten bis zu 70 Prozent betragen. Das System liesse sich so fahren, dass es im Winter zum Beheizen von nahegelegenen Büros, Wohnungen und gewerblichen Immobilien genutzt werden könnte.
"Rechenzentren verbrauchen grosse Mengen an Strom, und je nach Bauweise müssen bis zu 40 Prozent davon für die Kühlung aufgewendet werden. Ausserdem verbrauchen sie enorme Mengen an Wasser, oft durch Kühlverfahren, bei denen Wasser verdunstet und damit effektiv aus der lokalen Wasserversorgung verloren geht", sagt Upasana Pandey. Beides lässt sich laut den Experten der University of Illinois Urbana-Champaign durch die Aquifer-Kühlung verringern.
Dazu wird Wasser aus einem darunterliegenden Grundwasserleiter hochgepumpt. Über einen Wärmetauscher nimmt es die Wärme der Prozessoren der Server eines Rechenzentrums auf und leitet das Wasser stark erwärmt zurück in den Untergrund. Dort wird es gespeichert und im Winter wieder hervorgeholt, um es per Wärmepumpe für Heizzwecke zu nutzen. Dazu muss durch technische Massnahmen aber sichergestellt werden, dass sich warmes und kaltes Wasser im Untergrund nicht vermischen.
"Versucht man den Stromverbrauch von Rechenzentren zu senken, verbraucht man oft mehr Wasser. Und senkt man den Wasserverbrauch, benötigt man mehr Strom. Wir suchen nach Lösungen, die den Verbrauch von beiden Ressourcen senken. Wasser ist in diesem Zusammenhang ein magischer Stoff, da es eine hohe Wärmekapazität besitzt und durch seine Strömung ein guter Wärmeträger sein kann. Diese Kombination ist selten, und im Grundwasser können wir genau diese Eigenschaften für die Senkung des Energieverbrauchs nutzen", so Forschungsleiter Yu-Feng Lin.
