Intel fliegt aus dem Dow-Jones-Index (Logobild: Intel)

Der einst den Chip-Markt dominierende US-Hersteller Intel mit Zentrale im kalifornischen Santa Clara wird erstmals seit dreissig Jahren mit weniger als 100 Milliarden Dollar bewertet und fliegt in der Folge aus dem Standardwerte-Index Dow Jones Industrial Average, in dem der Konzern seit 25 Jahren gelistet war.

Dies ist der jüngste Schlag gegen das kriselnde Unternehmen, das zu den ersten beiden Technologieunternehmen gehörte, die in den Blue-Chip-Index aufgenommen wurden. Als Profiteur rückt nun der Konkurrent Nvidia in den Index nach.

Die Aktien von Intel sind in diesem Jahr um 54 Prozent gesunken und haben damit die schlechteste Wertentwicklung im Marktbarometer und den niedrigsten Aktienkurs im preisgewichteten Dow. Mit der Bewertung unter die Marke von 100 Milliarden Dollar werden die Kalifornier, die 1968 den ersten kommerziellen frei programmierbaren Mikrochip vorgestellt hatten, zu einem möglichen Übernahmekandidaten.

Im abgelaufenen Vierteljahr fuhr Intel nicht zuletzt aufgrund hoher Abschreibungs- und Umstrukturierungskosten unter dem Strich einen Verlust von 16,6 Milliarden Dollar ein. Zentraler Grund der Misere ist, dass Intel den Boom bei Künstlicher Intelligenz (KI) verschlafen hat. Dem Konzern fehlt es an konkurrenzfähigen Produkten für diese rechenintensiven Anwendungen. Gleichzeitig schwächelt der Absatz klassischer Prozessoren. Mit dem Verkauf von Geschäftsteilen, der Streichung von Investitionen und dem Abbau von rund 15.000 Arbeitsplätzen will der Ex-CEO von VMware Pat Gelsinger, der seit 2021 als Konzernchef von Intel amtet, das Ruder herumreissen.

Die Nvidia-Papiere sollen in der kommenden Woche in den Dow-Jones-Index aufgenommen werden und damit diejenigen von Intel ersetzen.