Laut einer neuen Erhebung des Imperial College London und der Stanford University sind im Zuge des Hypes um Künstliche Intelligenz (KI) inzwischen etwa 35 Prozent aller neu in das World Wide Web gestellten Internetseiten auf diesem Wege erstellt worden - Tendenz steigend. Zum Vergleich: Der Anteil vor ChatGPT lag Ende 2022 noch bei null.
Die Zählung des britisch-amerikanischen Forscher-Teams basiert auf einer repräsentativen Stichprobe aus dem "Internet Archive" (Wayback Machine). Durchleuchtet haben die Experten diese mit dem KI-Detektions-Algorithmus "Pangram v3". Auch Faktenprüfer wurden eingesetzt.
Einem Bericht von "404media" nach bezeichnet Jonáš Doležal von der Stanford University das Ergebnis als "eine grundlegende Transformation der digitalen Landschaft - und das in einem Bruchteil der Zeit, die ursprünglich nötig war, um sie überhaupt aufzubauen".
Was die KI-Schmieden freuen dürfte, geht den Experten nach hingegen zulasten der Inhalte und deren Qualität - sowohl die Vielfalt des Contents als auch die Sprache selbst würden standardisiert. Auch befürchteten die Forscher mehr Fake News und weniger Quellenverweise.
"Es ist wichtig zu beachten, dass wir gezielt nach einem Anstieg nachweislich falscher Aussagen gesucht haben - und diesen nicht gefunden haben. Dennoch könnte es sein, dass KI still und leise die Menge an nicht überprüfbaren Behauptungen erhöht, also solchen, die sich nicht mit bestehenden Fakten-Check-Tools und -Infrastrukturen überprüfen lassen", lässt sich Doležal abschliessend zitieren.
