Zum jetztigen Zeitpunkt befürworten 56 Prozent der Schweizer Bevölkerung das am 28. September zur Abstimmung gelangende Gesetz zur Einführung der elektronischen Identität (E-ID). Dies geht aus einer Online-Befragung von Tamedia und 20 Minuten auf ihren Newsportalen hervor, an der über 21'000 Personen teilgenommen haben.
Gemäss dieser ersten Umfragewelle findet das E-ID-Gesetz bei den Anhängerschaften von GPS, SP, GLP, Mitte und FDP eine Mehrheit. Einzig die SVP Basis spricht sich mit einem Ja-Anteil von nur 36 Prozent gegen die Vorlage aus. Das parteipolitische Konfliktmuster "SVP gegen den Rest" sei entsprechend sehr stark ausgeprägt, mit der grössten Unterstützung bei den Wählenden der GLP (78 Prozent Ja), wird in einer Aussendung dazu betont. Auch bei dieser Vorlage sei der Anteil an Unentschiedenen und an "eher Ja"- und "eher Nein"-Antworten relativ hoch.
Gemäss Tamedia findet das E-ID-Gesetz bei Befragten mit obligatorischem Schulabschluss keine Mehrheit (42 Prozent Ja). Auch Personen mit geringem Einkommen lehnen die Vorlage demnach mehrheitlich ab. Bei allen anderen Bildungsstufen und Einkommensklassen hingegen wird das E-ID-Gesetz mehrheitlich befürwortet. Auffällig ist zudem der Unterschied zwischen den Geschlechtern: Während eine Mehrheit von 64 Prozent der Männer dem E-ID-Gesetz zustimmen, spricht sich bei den Frauen nur eine Minderheit dafür aus (48 Prozent).
Für die Befürwortenden stehen der Umfrage zufolge vor allem drei Argumente im Vordergrund: Am meisten überzeugt die Sichtweise, wonach die E-ID Zeit und Aufwand spare, da nicht mehr für jeden Dienst ein separates Login benötigt wird. Für die globale Wettbewerbsfähigkeit brauche die Schweiz eine gut funktionierende, international kompatible E-ID. Ferner garantiere der Bund als Herausgeber der E-ID für die Sicherheit und den Schutz der Daten. Für die Gegnerschaft bildet eine E-ID-Infrastruktur hingegen ein attraktives Ziel für Cyberangriffe und Datenklau. Zudem könnten Verhaltensprofile erstellt und Daten weitergegeben werden.
