Der US-Chipriese Nvidia mit Sitz im kalifornischen Santa Clara hat sich mit einem Lizenzdeal die Technologie und wichtige Mitarbeitende des KI-Chip-Startups Groq AI gesichert, das Unternehmen jedoch nicht übernommen. Groq zufolge habe man Nvidia eine nicht-exklusive Lizenz erteilt. Der Gründer von Groq, Jonathan Ross, sowie weitere Mitglieder des Ingenieurteams würden zu Nvidia wechseln, heisst es. Groq selbst werde jedoch als unabhängiges Unternehmen weitergeführt.
Einem Bericht des Senders CNBC zufolge hätte Nvidia zugestimmt, Groq für 20 Milliarden Dollar in bar zu übernehmen. Weder Nvidia noch Groq allerdings kommentierten diesen Bericht. Das Vorgehen folgt einem Muster, bei dem grosse Technologiekonzerne hohe Summen zahlen, um sich Technologie und Talente von Startups zu sichern, ohne diese formell zu übernehmen. Damit umgehen sie möglicherweise langwierige kartellrechtliche Prüfungen.
Groq ist auf sogenannte Inferenz-Chips spezialisiert, bei denen bereits trainierte KI-Modelle auf Nutzeranfragen reagieren. Während Nvidia den Chip-Markt für das Training von KI-Modellen dominiert, sieht sich das Unternehmen im Inferenz-Bereich grösserer Konkurrenz gegenüber. Im Vergleich zu OpenAI und Anthropic ist Groq besonders für seine extrem schnelle Rechenkapazität und die Unterstützung von Sprachmodellen bekannt. Groq hatte seine Bewertung nach einer Finanzierungsrunde im vergangenen Jahr auf 6,9 Milliarden Dollar mehr als verdoppelt. Groq hat seinen Hauptsitz in Mountain View, Kalifornien, sowie weitere Niederlassungen in San Jose (Kalifornien), Liberty Lake (Washington), Toronto (Kanada) und London und verfügt über Remote-Mitarbeiter in ganz Nordamerika und Europa.
