Der US-amerikanische IT-Riese Oracle mit Sitz im texanischen Austin konnte zwar den Umsatz im zweiten Quartal des laufenden Fiskaljahres im Vergleich zur selben Vorjahresperiode auf 16.01 Milliarden Dollar verdoppeln, enttäuscht aber dennoch die Anleger. Denn der Anstieg der Cloud-Erlöse verlangsamte sich. Konkret stiegen die Cloud-Umsätze "nur" um 34 Prozent auf 7,98 Milliarden Dollar. Im ebenfalls stark beachteten Infrastrukturgeschäft legten die Umsätze um 68 Prozent auf 4,08 Milliarden Dollar zu. Bei allen Werten lagen die Texaner unter den Schätzungen der Analysten.
Als Folge der Quartalszahlen sackte der Wert der Aktienscheine von Oracle im US-Handel über Nacht um mehr als 11 Prozent ab. Offenbar bescherten die Oracle-Zahlen der gesamten KI-Branche einen Dämpfer, denn auch Nvidia verlor über Nacht 2,19 Prozent, und AMD geriet 2 Prozent ins Minus. Oracle konnte seine Zahlen zwar kräftig steigern. Dies genügte jedoch nicht, um die astronomisch hohen Markterwartungen an die KI-Euphorie zu erfüllen.
Die SAP-Rivalin hatte sich zuletzt erfolgreich auf dem umkämpften Markt für Cloud-Computing etabliert, und der Larry-Ellison-Konzern baut derzeit massiv Rechenzentren aus, um KI-Anwendungen für OpenAI zu ermöglichen. Zu den bedeutenden Cloud-Kunden von Oracle zählen unter anderem die Bytedance-Plattform Tiktok und die Meta Platforms.
An der Wall Street gibt es momentan aber zunehmend Zweifel, ob der Aufwand und Zeitrahmen für den Ausbau der KI-Infrastruktur im derzeitigen Ausmass gerechtfertigt sind. Oracle hat erhebliche Schulden aufgenommen und sich verpflichtet, zahlreiche Rechenzentren anzumieten.
Oracle rechnet damit, dass die Investitionsausgaben im Geschäftsjahr bis Mai 2026 rund 50 Milliarden Dollar erreichen werden – das sind 15 Milliarden Dollar mehr als noch im September prognostiziert. Das Ziel für den Jahresumsatz im Fiskaljahr 2025/2026 wurde bei 67 Milliarden Dollar belassen.
