R&M erwirtschaftete im Fiskaljahr 2025 einen konsolidierten Umsatz von 260,3 Millionen Franken und damit weniger als erwartet. Das Umsatzminus lag bei 2,6 Prozent im Vergleich zum Jahr davor. "Die Ebit-Marge blieb mit 2,4 Prozent schwach", so Roger Baumann, der im Sommer 2025 bei R&M das Amt des CEO (Chief Executive Officer) übernommen hat.
Die Vertriebsregionen und Geschäftsbereiche entwickelten sich den R&M-Angaben zufolge stark unterschiedlich. In den Kernmärkten Schweiz und Deutschland führte die Zurückhaltung bei Investitionen demnach zu einem Umsatzrückgang von 10 Prozent. In Zentral- und Westeuropa stagnierten die Investitionen in Neubauten und Modernisierungen. Das wirkte sich negativ auf die Nachfrage nach Verkabelungssystemen für lokale Datennetze (LAN) aus. Dagegen verzeichnete R&M in Ost- und Südeuropa, im Mittleren Osten und in Asien nach Projektgewinnen ein Wachstum zwischen 10 und 17 Prozent.
Das LAN-Sortiment bleibt der grösste Umsatzträger. R&M setzt auf innovative, hochwertige Produkte, die ultraschnelle Datenübertragung über Kabel und Funk, Stromversorgung über lokale Datennetze (Power over Ethernet) sowie die digitalisierte Gebäudeautomatisierung unterstützen. Ein Schwerpunkt liegt auf Schnellmontagelösungen.
Der Ausbau der Breitbandnetze (Fiber to the Home) verlangsamte sich besonders in Deutschland. Dennoch punktete R&M mit Lösungen, die Ausbauprojekte beschleunigen. In Indien liefert R&M fiberoptische Verkabelungen für die Mobilfunkantennen. In Nordamerika gelang im Berichtsjahr ein Turnaround. Dort hat R&M die Vertriebsstrategie neu ausgerichtet und neue Projekte in den Bereichen Public Networks und Data Center akquiriert. Der R&M-Geschäftsbereich Data Center verzeichnete weltweit ein Wachstum von 15 Prozent, beflügelt durch den KI- und Digitalisierungs-Boom.
Im Berichtsjahr wurde das Management im Familienunternehmen mit Zentrale in Wetzikon im Zürcher Oberland neu aufgestellt. Neben dem neuen CEO Roger Baumann wurde der langjährige Asienchef Laurent Amestoy zum Chief Sales Officer (CSO) ernannt. Er ist für die globale und regionale Marktbearbeitung verantwortlich. Jonas Güresir, eine junge Führungskraft aus den eigenen Reihen, übernahm als COO den Bereich Operations und verantwortet zudem die Nachhaltigkeitsstrategie.
Die Geschäftsleitung habe gezielte strategische Initiativen gestartet, die R&M zu nachhaltig profitablem Umsatzwachstum zurückführen sollen. So soll die Kundennähe nochmals deutlich stärker in den Fokus gerückt und die Komplexität in der Produktwelt und Organisation reduziert werden, um das Unternehmenn wettbewerbsfähiger zu machen. Zentrale Produktgruppen im Bereich der Connectivity sollen harmonisiert und die Bereiche Vertrieb, Einkauf und Produktion werden laut Mitteilung global enger verzahnt. "Das Strategieprogramm bekräftigt die Kernkompetenzen und Werte von R&M wie Innovation, Qualität, Kundennähe, Flexibilität und Nachhaltigkeit", betont CEO Baumann.
Für 2026 erwartet R&M eine anhaltend komplexe Marktsituation, aber auch eine steigende Nachfrage. Die Investitionen in LAN, Breitband und 5G werden weiter als uneinheitlich angesehen. Der ungebremste Bedarf an KI-Ressourcen und Rechenleistung treibe den Rechenzentrumsmarkt weltweit weiter an. Verstärkt bearbeite R&M zudem vertikale Märkte wie das Gesundheitswesen, die Bahninfrastruktur, den Verteidigungssektor oder den Bereich der erneuerbaren Energien.

