Angezeigt: Twint (Symbolbild: Twint)

Der Schweizer Bezahl-App Twint droht Ungemach, denn der Detailhändler-Verband Swiss Retail Federation hat gegen Twint bei der Wettbewerbskommission (Weko) eine Anzeige eingebracht. Twint werden darin zu hohe Gebühren und ein "Missbrauch relativer Marktmacht" vorgeworfen. Konkret verlangt der Detailhandelsverband daher von der Weko, dass sie die Gesetzeskonformität der von Twint verlangten Gebühren prüfe.

Nach Ansicht der Swiss Retail Federation seien die Schweizer Händler von Twint abhängig, weil ein Ausweichen auf andere Unternehmen nicht möglich sei. Dies sei ein Missbrauch der Marktstellung, betont der Verband. Vor allem aber seien die hohen Gebühren und das daraus resultierende "Preis-Leistungs-Verhältnis" störend. Die "zu hohen" Gebühren könnten gemäss der Swiss Retail Federation nicht einfach auf die Kundschaft abgewälzt werden.

Der Verband erhoffe sich von der Prüfung durch die Weko die Einleitung einer formellen Untersuchung. Ob es zu diesem Schritt kommt, hänge aber davon ab, ob die Weko genügend Anhaltspunkte für eine unzulässige Wettbewerbsbeschränkung durch Twint sehe.

Die Swiss Retail Federation vertritt den schweizerischen Detailhandel ohne die Grossverteiler. Repräsentiert werden den Angaben nach 1'900 Detailhandelsunternehmen mit 6'800 Standorten in der Schweiz.

Die Bezahl-App Twint selbert macht sich wegen einer möglichen Untersuchung durch die Weko offenbar keine grossen Sorgen: "Wir blicken den Resultaten einer allfälligen Ermittlung gelassen entgegen", habe sich eine Sprecherin am Montag auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur AWP geäussert, heisst es.