Servicenow hat gemäss einer Aussendung die Übernahme des KI-Spezialisten Moveworks zum Abschluss gebracht. Damit enden monatelange Spekulationen darüber, ob die Transaktion die behördliche Prüfung überstehen würde. Servicenow mit Zentrale im kalifornischen Santa Clara erhält mit dem Zukauf einen neuen Pfeiler für seine Strategie, die Arbeitsprozessen in Unternehmen durchgängig zu automatisieren.
Konkret kann Servicnow durch die Übernahme ihre KI-basierte Plattform mit dem Frontend-Assistenten, der Unternehmenssuchtechnologie und der agentenbasierten Reasoning Engine von Moveworks weiter aufrüsten. Es soll damit eine KI-basierte Benutzeroberfläche geschaffen werden, die Gespräche in abgeschlossene Aufgaben umwandle und so eine autonome Problemlösung und Workflow-Ausführung im gesamten Unternehmen ermögliche, wird in der Mitteilung betont.
Amit Zavery, Präsident, COO und CPO von Servicenow, zur Integration: "Moveworks beschleunigt Servicenows Vision, KI für Menschen in allen Bereichen jedes Unternehmens nutzbar zu machen."
Moveworks-CEO Bhavin Shah wiederum betont, dass die zusammengeführten Engineering-Teams mit nun mehreren hundert KI-Spezialisten das autonome Arbeiten im gesamten Unternehmen skalieren würden. Shah: "Durch den Zusammenschluss mit Servicenow können wir diese Strategie der automatisierten Prozesse jetzt für jedes Unternehmen umsetzen… Gemeinsam werden wir sichere, schnelle und durchgängige Lösungen für Mitarbeiter weltweit bereitstellen."
Die Übernahme wurde erstmals im März dieses Jahres für rund 2,8 bis 2,85 Milliarden US-Dollar angekündigt. Sie war bis dahin die grösste in der Geschichte von Servicenow und wurde von der Geschäftsleitung umgehend mit der Expansion des Front-Office-Bereichs und den CRM-Ambitionen des Unternehmens in Verbindung gebracht. Doch im Juli kam der Deal ins Wanken. Bloomberg etwa berichtete damals, dass die US-Kartellbehörden ihre Prüfung intensiviert und eine zweite Anfrage nach detaillierten Informationen von Servicenow und Moveworks gestellt hätten.
Aber die Wogen glätteten sich bald, was mit dem nunmehrigen Abschluss der Transaktion definitiv bestätigt wird.
Gemäss der Aussendung betreuen Servicenow und Moveworks bereits rund 250 gemeinsame Kunden. Fast 90 Prozent dieser Anwenderunternehmen haben Moveworks für ihre gesamte Belegschaft eingeführt, womit bestätigt wird, dass sich der KI-Assistent als erste Anlaufstelle für Mitarbeiteranfragen etabliert hat. Für Servicenow bietet diese Reichweite nicht nur einen zusätzlichen Vorteil, sondern der kalifornische Konzern damit auch eine der wenigen verbleibenden Lücken in der KI-Plattform schliessen, nämlich einen natürlichen, intuitiven Zugangspunkt für Mitarbeiter aufzugleisen, um Fragen zu stellen, zu suchen und Aktionen durchzuführen, und zwar gänzlich ohne Formulare oder anderweitige Portale.
Wie Servicenows Konzernchef Bill McDermott kürzlich gegenüber Analysten betreibt, betreibe das Unternehmen derzeit 450.000 interne KI-Agenten, die über 80 Prozent der Supportanfragen autonom bearbeiten würden. Seiner Meinung nach ist "Agentic" zur neuen Realität geworden. Moveworks stärke nun diese Basis durch seine Analyse- und Systemintegrationsfähigkeiten und biete Servicenow ein User Interface, das nahtlos in die Workflow-Engine integriert sei.
Gemäss der offiziellen Pressemitteilung von Servicenow ermögliche die Kombination von Servicnow und Moveworks, dass jede Anfrage, von der Personalabteilung über die IT bis hin zum Kundenservice, automatisch an die richtigen Daten, den passenden KI-Agenten oder den richtigen Workflow weitergeleitet werde.
