Symbolbild: Pixabay/Geralt

Swisscom und Sunrise haben, mit Unterstützung von Lexisnexis Risk Solutions, das laut eigenen Angaben weltweit erste Betrugspräventions-Konsortium der Telekombranche gegründet. Die beiden Schweizer Telekommunikationskonzerne bündeln damit ihre Kräfte, um Telefon- und Cyberbetrug effektiv in Echtzeit zu bekämpfen.

Kernpunkte der Partnerschaft sind ein Echtzeit-Datenaustausch und ein Frühwarnsystem. Blockiert ein Anbieter einen Betrüger, werden andere Provider sofort gewarnt. Ausserdem verhindert das Netzwerk, dass Kriminelle nach einer Sperre einfach zum nächsten Anbieter wechseln können. Das System basiert auf dem datenschutzkonformen Lexisnexis Risk Intelligence Consortium.

Hintergrund des Betrugskonsortiums ist, dass der Mobilfunk- und der Mediensektor laut aktuellen Daten extrem stark von Betrugsangriffen betroffen sind. In der Testphase seien bereits über 4'000 Risikomerkmale identifiziert worden, heisst es. Die Betrugserkennung hat sich laut den Angaben der Unternehmen um 150 Prozent verbessert.

Im Rahmen der Zusammenarbeit werden laut den Infos keine persönlichen Kundendaten, sondern anonymisierte, digitale Risikosignale ausgetauscht. Die technische Infrastruktur läuft über die Plattform "Threatmetrix" von LexisNnexis Risk Solutions und nutzt ein "Privacy-by-Design"-Modell.

Konkret teilen die Telkos sogenannte Hochrisikosignale. Also etwa Informationen über Endgeräte, die nachweislich für Betrugsversuche genutzt wurden (z. B. Gerätesignaturen). Oder auch Anomalien bei der Interaktion, wie etwa automatisierte, massenhafte Kontoeröffnungen oder auffällige Transaktionsmuster. Weiters Herkunftssignale von Datenströmen, die mit bekannten Betrugsnetzwerken in Verbindung stehen sowie Echtzeit-Meldungen darüber, dass ein bestimmtes Signal oder ein Akteur bei einem Anbieter gesperrt wurde, um den sofortigen Wechsel zum anderen Anbieter zu stoppen.
Das System ist auch darauf ausgelegt, Angriffe bei Kontoeröffnungen und Zahlungsvorgängen im Telekommunikationsbereich (z. B. beim Erschleichen von teuren Abos oder Smartphones) abzuwehren.