Neue Möglichkeiten im 3D-Druck durch Flüssigkristalle

Synthetischer Schmetterlingsflügel aus dem 3D-Drucker (Foto: Jeroen Sol)

Flüssigkristalle mit dem Adjektiv "cholesterisch" lassen sich jetzt in handelsüblichen 3D-Druckern einsetzen, sagen zumindest Forscher der Technischen Universität Eindhoven und der Forschungsorganisation TNO. Der 3D-Druck wird dank der neuen Tinte der Fachleute damit um eine Grössenordnung billiger, heisst es.

Kulturstätte und Pionierbau aus dem 3D-Drucker

Innenansicht Foyer des Weissen Turms Mulegns (Bild: Hansmeyer/Dillenburger)

Ein 23 Meter hoher Turm aus 3D-​gedrucktem Beton soll zu einer Kulturstätte im Dorf Mulegns am Julierpass werden. ETH-​Architekten und -​Ingenieure entwarfen und planen ihn. Im Frühling 2022 soll der Bau beginnen, Roboter drucken die Bauteile des Turmes vor Ort, sodass jede und jeder zusehen kann.

Sennheiser & Formlabs: In-Ears dank 3D-Druck

Prototypen: Aufsätze kommen aus dem 3D-Drucker (Foto: formlabs.com)

Der 3D-Druckspezialist Formlabs des Audio-Spezialisten Sennheiser haben eine Fertigungsmethode entwickelt, die Kunden günstig perfekt sitzende In-Ear-Kopfhörer für ein optimales Hörerlebnis verspricht. Ein einfacher Smartphone-Scan des Ohrs liefert dabei die Vorlage für persönlich angepasste Silikonaufsätze für Ohrhörer aus dem 3D-Drucker. Laut Formlabs sei nun die schnelle Massenfertigung solcher individueller Aufsätze möglich.

3D-Bild der Haut in zehn Minuten herstellbar

Unscheinbarer Würfel: entwickelt eine spezielle Folie (Foto: ntu.edu.sg)

Forscher der Nanyang Technological University (NTU) haben ein elektrochemisches Gerät entwickelt, das innerhalb von zehn Minuten hochauflösende 3D-Bilder der Haut erstellt. Dazu nutzt es eine spezielle goldbeschichtete Folie. Die 3D-Karten versprechen die Möglichkeit, Hauterkrankungen besser einzuschätzen als normale 2D-Bilder. Auch könnte das kompakte Gerät die Versorgung in entlegenen Gegenden verbessern, da die Nutzung kein Expertenwissen erfordert und die Bilder Medizinern die Ferndiagnostik erleichtern.

Hochglanz-Objekte per 3D-Drucker

Direkter Vergleich: konventioneller (links) versus MIT-3D-Druck (Foto: mit.edu)

Ingenieure des Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben ein neues 3D-Hochglanz-Druckverfahren entwickelt. MIT-Forscher Michael Foshey und sein Team nutzen hierzu ein kombiniertes Hardware- und Software-Drucksystem, das handelsübliche Lacke verwendet, um Objekte mit realistischem Glanz zu versehen. Das neue Verfahren ermöglicht etwa Kopien von Kunstwerken, die vom Original kaum noch zu unterscheiden sind. Es könnte auch eingesetzt werden, um realistisch aussehende Prothesen herzustellen.

Muscheln als 3D-Tinte für Haarspange und Vase

3D-gedruckte Haarspange aus Schalen, Algen und Zucker (Foto: tudelft.nl/en)

Die wohl ungewöhnlichste Haarspange der Welt hat Marita Sauerwein von der Technischen Universität Delft hergestellt. Die Industriedesignerin nutzte ausschliesslich lokal vorhandene natürliche Rohstoffe: Muschelschalen, die sie zermahlte, Alginat, das sich in Braunalgen findet, und Zucker. Daraus rührte sie eine Tinte an, die sie in einen 3D-Drucker füllte. Nach Haarspange und Vase folgte eine Tischlampe.

Schweiz bei 3D-Druck Innovationen europaweit an der Spitze

Beispiel eines 3D-Druck-Produkts (Foto: Eggenberger/ ETH Zürich)

Die Schweiz mischt im weltweiten Innovationswettstreit im Bereich der additiven Fertigung, also dem 3D-Druck, ganz vorne mit. Dies geht aus einer vom Europäischen Patentamt (EPA) veröffentlichten Studie hervor. Konkret sieht die EPA bei den 3D-Druck-Innovationen Europa an der Spitze, gefolgt von den USA und Asien. Und innerhalb Europas wiederum belegt die Schweiz einen absoluten Spitzenplatz. Von keinem anderen Land werden beim EPA pro Einwohner und im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung so viele Patente auf dem Gebiet der 3D-Druck-Technologie angemeldet, so die Untersuchung.

3D-Druck: Strom macht Bauteile hochpräzise

Dirk Bähre (links) und ein Mitarbeiter (Foto: uni-saarland.de, Oliver Dietze)

Forscher der Universität des Saarlandes verwandeln mit ihrer neuen Fertigungsmethode Metallbauteile aus dem 3D-Drucker berührungslos in hochpräzise technische Spezialanfertigungen. So lassen sich den Experten nach auf einen Tausendstel Millimeter genau komplizierte Bauteile aus hochbelastbaren, aber leichten Metallen formen. Hierfür wurden der 3D-Druck und das elektrochemische Abtragen miteinander kombiniert.

Deutsche Industrie und Netzwerke setzen auf 3D-Drucker

3D-Ventile: Die deutsche Industrie setzt auf 3D-Druck und produziert Ersatzteile für medizinische Geräte (Symbolbild: Isinnova)

Die Nachfrage nach im 3D-Drucker hergestellten Produkten für die Corona-Krise scheint so hoch zu sein, dass selbst Industriekonzerne mitmachen: Spanische Mitarbeiter des Zulieferkonzerns Continental etwa haben nach Angaben des Verbands der Automobilindustrie 3D-Drucker mit ins Homeoffice genommen und stellen dort seither Visiere her. Auch Siemens hat sein 3D-Druck-Netzwerk geöffnet, um in der Corona-Krise die schnelle Herstellung von Ersatzteilen für Medizinprodukte zu ermöglichen. 120 Drucker stehen zur Verfügung, teilte der Konzern vor wenigen Wochen mit.

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